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Kaiser Soze
Level 14
XP 3.105
Eintrag: 08.02.2019

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Leaving Las Vegas - Liebe bis in den Tod

(Originaltitel: Leaving Las Vegas)
Herstellungsland:USA, Frankreich (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Liebe/Romantik

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,23 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Ben Sanderson (Nicolas Cage) hat die Nase gestrichen voll: Hab und Gut verkauft, ab nach Las Vegas, rein in ein billiges Hotel und sich ohne Rücksicht auf Verluste vollaufen lassen! Nachdem er in der Glitzerstadt auf die attraktive Prostituierte Sera (Elisabeth Shue) trifft, entwickelt sich eine außergewöhnliche Beziehung aus Sex und Rausch, aus Freundschaft und immer stärkerer Zuneigung...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Gibt es Liebesfilme für „echte“ Männer? Nein, ich meine das nicht ironisch, von wegen Pornos oder harte Action- / Horrorfilme :D Aber wenn ich einen Liebesfilm benennen müsste, dessen Zielpublikum (meiner Meinung nach) zumindest eher bei uns Männern, statt bei Frauen, angesiedelt sein dürfte / könnte, dann wäre das

Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod

aus dem Jahr 1995, welcher auf John O’Briens gleichnamigen Roman (USA:1990, deutsche Übersetzung: 1996) basiert, und mit Nicolas Cage und Elisabeth Shue in den Hauptrollen verfilmt wurde. Wobei sich O’Brien seinerseits am 10.04.1994 das Leben nahm und sein von Suizid handelnder Roman teilweise auch als Abschiedsbrief aufgefasst wurde / werden kann.

In diesem Liebesdrama spielt Nicolas Cage erschreckend überzeugend und absolut genial-passend geschminkt einen Mann, der sein gesamtes Hab und Gut veräußert und mit den Taschen voll Geld nach Las Vegas reist, um sich dort zu Tode zu saufen. Dabei lernt er die Prostituierte Sera (Elisabeth Shue), deren Name durchaus eine Anspielung auf Doris Days Lied „Que sera, sera“ von 1956 sein könnte, kennen und lieben. Nun, warum ich ausgerechnet diesen Film als Liebesfilm für Männer bezeichnen würde? Es liegt zum Einen am überwiegenden Dramenteil des Films und zum Anderen darauf aufbauend an dem Verhältnis des Alkoholikers zur Prostituierten, die weiterhin anschaffen geht. Das ist einfach erschütternd und realistisch dargestellt, so komplett konträr zur kitschig-süßen Happy End Hollywood-Liebesschnulzenwelt der Frauenfilme - meiner Meinung nach zumindest.

Du wirst mich nie... niemals davon abbringen, dass ich trinke, verstehst du?

Als Zuschauer werden wir de facto erst einmal ins kalte Wasser geworfen. Einleitung? Eine sachliche Begründung für die Geschehnisse? Nein, das ist das Leben und wir bekommen hier unvorbereitet einen Ausschnitt davon präsentiert. Ben Sanderson (Nicolas Cage) ist bereits von seiner Frau getrennt, Ben Sanderson ist bereits Alkoholiker, Ben Sanderson beschließt Sterben zu wollen. Zack, wie ein Schlag in die Magengrube!

Schauspielerisch gibts hier nichts zu meckern, die beiden Hauptdarsteller, Nicolas Cage und Elisabeth Shue, spielen hier Ihre Rollen sehr gut und überzeugend. Die Szenen, in der Elisabeth Shue mit sich selbst bzw einer nicht weiter bekannten Person über alles spricht, wurden in Ihrer Garderobe aufgenommen und stellen einen klaren Gegenpol zur restlichen Handlung dar, da hier monologartig über die Geschehnisse berichtet wird, statt, wie im  übrigen Film diese mitzuerleben. Lustigerweise, allerdings auch passenderweise, erhielt Elisabeth Shue eine Oscarnomierung - für Szenen, die u.a. in der Garderobe gedreht wurden; sowas hat es sonst wohl auch noch nicht gegeben! Nicolas Cage hingegen verkommt langsam aber sicher aufgrund seines Alkoholkonsums - er isst auch den gesamten Film nichts, nicht einmal im Restaurant und seine Aussetzer, Wutanfälle u.ä. sind wirklich sehr authentisch in Szene gesetzt und zeigen den zerbrechlichen Teil des Menschen in (s)einer Sucht. So oder so, für mich ist das, was Nicolas Cage hier schauspielerisch abliefert erstklassig. Richard Lewis, den ich immer mit seiner Rolle des König John im lustigen „Robin Hood - Helden in Strupfhosen“ (1993) verbinde, hat hier eingangs auch eine bitterbösen Auftritt, der die Abkehr der Gesellschaft von den Außenseitern, hier einem Alkoholiker, entsprechend auf den Punkt bringt.

„Ich glaub, es ist so:
'Wir beide wussten, dass uns nur wenig Zeit blieb und ich hab ihn so akzeptiert, wie er war.
Ich hab nicht verlangt, dass er sich ändert und ich glaub, er hat das gleiche für mich empfunden.
Ich mochte seine Art, er brauchte mich, ich hab ihn geliebt.'“

Bei seiner Erzählung nimmt sich der Film viel Zeit, anfangs fast etwas zu viel für meinen Geschmack, aber es ist alles absolut noch im Rahmen, dass es nicht stört. Die ruhige Struktur und die nach und nach immer weiter vorschreitende Handlung macht neugierig, ob der Film konsequent enden wird oder doch lieber auf ein Happy End hinsteuern wird. Der Film, welcher nebenbei erwähnt einen Bodycount von zwei vorweisen kann, schaffte es in den USA bei einem Budget von rund 3,6 Millionen Dollar gut das neunfache, also rund 32 Millionen Dollar, einzuspielen; dies ist für ein Liebesdrama, denke ich, gar nicht schlecht. Zum internationalen Erfolg habe ich leider wenig gefunden - vllt weiß hier jemand mehr dazu? Neben dem wirklich extrem gut eingesetzten Make-up, welches dafür sorgt, dass alles gezeigt, vor allem der körperliche Zustand des Hauptdarstellers, auch optisch derart überzeugt, ist vor allem der wirklich schöne Soundtrack, u.a. von Sting, welcher die schonungslosen Bilder wunderbar untermalt, einer der Aspekte, die dieses Werk für mich zu einem wirklich romantisch-schönen Drama werden lassen.

Das Ende des Film, das letzte Wiedersehen mit dem bildlich, wie (denke ich auch) metaphorischen Höhepunkt ist schon wirklich tief traurig anzusehen und schließt das Werk konsequent ab.
 

Fazit:
Sofern man Dramen mag: Ohne Wenn und Aber - klasse Film!

08 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

08.02.2019 18:58 Uhr - McGuinness
3x
User-Level von McGuinness 2
Erfahrungspunkte von McGuinness 67
Fabelhaft rezensiert, der Kaiser 😉

Für mich eines der besten Dramen überhaupt, mit einem grandiosen Schauspiel von Herrn Cage.
Ein wirklich ungeschminkter, ungeschönter Auszug aus dem Leben zweier gescheiterter Existenzen, intensiv gespielt auf hohem Niveau und frei von Humor wie zum Teil in " Flight " mit Denzel Washington.

" Leaving Las Vegas " ist in der Tat ganz großes Kino, denn dieser Film handelt vom Leben, obwohl es eigentlich um den Tod geht.

Von mir bekommt dieses authentische Meisterwerk 10/10 Punkten.

08.02.2019 19:08 Uhr - Nubret
4x
User-Level von Nubret 8
Erfahrungspunkte von Nubret 940
Ganz hervorragender Film, von mir 10 Punkte. Deine Rezi ist auch sehr gelungen und beleuchtet einige sehr interessante Punkte, die Deine eigene Sichtweise des Films unterhaltsam wiederspiegeln. Top Arbeit!

Besonders hat sich bei mir folgender Satz eingeprägt:

"Ich weiß nicht mehr, ob ich angefangen habe zu saufen, weil meine Frau mich verlassen hat, oder ob meine Frau mich verlassen hat, weil ich angefangen habe zu saufen."

Meisterwerk!

08.02.2019 19:31 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Helfer
User-Level von Kaiser Soze 14
Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 3.105
Nabend Ihr beiden; das ging ja schnell :)
Vielen Dank fürs freundliche Lob, es ist immer schön zu lesen, wenn Film und Review gefallen haben!

Ich hatte auch schon gesehen, dass ich mit meinen 8 Punkten den Film verhältnismäßig schlecht bewertet habe, wobei 13 Bewertungen natürlich auch nicht die Welt sind. Ja, aber irgendwie ist das für mich eine 8, vllt weil er so authentisch und traurig ist...


08.02.2019 18:58 Uhr schrieb McGuinness
(…)

" Leaving Las Vegas " ist in der Tat ganz großes Kino, denn dieser Film handelt vom Leben, obwohl es eigentlich um den Tod geht.

Von mir bekommt dieses authentische Meisterwerk 10/10 Punkten.


Schön gesagt!


08.02.2019 19:08 Uhr schrieb Nubret
(…)

"Ich weiß nicht mehr, ob ich angefangen habe zu saufen, weil meine Frau mich verlassen hat, oder ob meine Frau mich verlassen hat, weil ich angefangen habe zu saufen."

Meisterwerk!


Das Zitat hatte ich anfangs tatsächlich auch drin, genauso wie

"Was bist du? Bist du sowas wie ein Engel, der mich heimsucht in meinem Säuferwahn?"

Habens aber offensichtlich beide nicht in die Endfassung geschafft.
Ich hoffe, die beiden von mir gewählten Zitate, überzeugen als Unterstreichung des Reviews aber auch :-)

Schönes Wochenende!

08.02.2019 20:48 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 13
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.563
My heart is crying...

Starke Rezi zu ganz starkem Film!

08.02.2019 21:18 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 6
Erfahrungspunkte von CHOLLO 583
Sehr bewegender Film und schöne würdige Rezi dazu..

09.02.2019 19:09 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Helfer
User-Level von Kaiser Soze 14
Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 3.105
@ Hund und Chollo

Vielen Dank euch beiden, freut mich, wenns gefallen hat!

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